
Denkbeweglich – Entdecken. Ausprobieren. Erinnern. Begegnen.
Ein Buchprojekt in der Erprobung
Wie „Denkbeweglich“ entstanden ist
Am Anfang stand die Frage einer Freundin.
Ihre Großmutter lebte weiter entfernt, eine Tante war vor Ort – und beide suchten nach Ideen, mit denen sie die ältere Dame dabei unterstützen konnten, geistig beweglich zu bleiben.
„Du bist doch Lernarchitektin und kennst dich mit Lernen aus. Kannst du uns nicht ein paar Übungen zusammenstellen?“
Die Anfrage klang zunächst überschaubar. Als ich darüber nachdachte, wurde mir allerdings schnell klar, dass ein paar zusätzliche Rätsel für mich zu kurz greifen würden.
Unser Denken wird schließlich nicht nur dann aktiv, wenn wir ein Sudoku lösen oder eine Gedächtnisübung bearbeiten. Wir erinnern, erzählen, vergleichen und entscheiden. Wir lernen neue Dinge, verändern vertraute Abläufe, bewegen uns, entdecken Zusammenhänge und entwickeln im Gespräch Gedanken, auf die wir allein vielleicht nicht gekommen wären.
Gleichzeitig leben viele ältere Menschen und ihre Angehörigen nicht am selben Ort. Gemeinsame Zeit ist kostbar und im Alltag oft begrenzt. Deshalb sollte etwas entstehen, das ältere Menschen überwiegend selbstständig nutzen können und zugleich Möglichkeiten für gemeinsames Tun und echte Begegnung eröffnet.
Aus den ersten Übungsideen entwickelte sich so nach und nach ein ganzes Buchprojekt.

Ein Lern- und Begegnungsraum auf Papier
Viele Aufgaben in „Denkbeweglich“ beginnen mit etwas Vertrautem: mit einer Tasse, einem Foto, einem Lied, einem Rezept, einem Weg oder einem Gegenstand, der gerade zur Hand ist.
Von dort aus geht es weiter. Etwas Bekanntes wird neu betrachtet oder verändert. Eine Erinnerung führt zu einer Geschichte. Ein Gegenstand bekommt eine ungewohnte Funktion. Aus einer ersten Lösung entsteht eine zweite Möglichkeit.
Dafür braucht es meistens weder besondere Materialien noch Vorkenntnisse. Es braucht vor allem Gelegenheiten, das eigene Denken auf unterschiedliche Weise zu nutzen.
Denken kann viele Wege nehmen.
Allein, gemeinsam oder zwischen Generationen
„Denkbeweglich“ ist für ältere Menschen gedacht, die selbstständig entdecken und ausprobieren möchten. Gleichzeitig können viele Aufgaben gemeinsam mit Angehörigen oder anderen vertrauten Personen genutzt werden.
Dabei beschäftigt nicht eine Person den anderen. Im besten Fall sind beide beteiligt.
Eine Erinnerung, eine Idee oder eine unerwartete Antwort kann die Richtung verändern. Wer gerade einen Impuls gibt und wer dadurch selbst auf etwas Neues kommt, kann innerhalb weniger Minuten wechseln.
Begegnung ist eine Möglichkeit – keine Voraussetzung.
Manches macht man gern gemeinsam, anderes lieber für sich. Beides hat in diesem Buch seinen Platz.
Vier Wege durch das Buch
Zu Beginn führt „Denkbeweglich“ in fünf unterschiedliche Denkzugänge ein: strukturierend, vernetzend, kreativ, hinterfragend und intuitiv. Dabei geht es um verschiedene Möglichkeiten des Denkens, die uns grundsätzlich zur Verfügung stehen und um die Frage, was leichtfällt, Freude macht oder herausfordert.
Im weiteren Verlauf werden diese Zugänge zunehmend miteinander verbunden. Die Aufgaben greifen Denkbewegungen aus dem Alltag auf: wahrnehmen, erinnern, vergleichen, ordnen, hinterfragen, ausprobieren und eigene Lösungen entwickeln.
Verschiedene Themenwelten führen anschließend zu vertrauten Lebensbereichen wie Fotos, Natur, Musik und alltäglichen Tätigkeiten. Interessen und Erfahrungen dürfen mitentscheiden, welche Aufgaben gerade ansprechen.
Den Abschluss bilden Fragen, die Erinnerungen wecken, Gespräche öffnen oder unterschiedliche Sichtweisen sichtbar machen können. Man kann ihnen allein nachgehen oder sie mit einem anderen Menschen teilen.
Denn manchmal beginnt eine Denkbewegung mit einem einzigen Satz.
Das fachliche Fundament
Die Aufgaben entstehen auf Grundlage meiner Denkbewegungsanalyse. Dieses Modell ist aus meiner langjährigen pädagogischen Arbeit mit Lern- und Denkprozessen hervorgegangen. Es beschreibt unterschiedliche Zugänge zum Denken und macht sichtbar, wie Menschen wahrnehmen, ordnen, verknüpfen, hinterfragen, entscheiden und Erfahrungen übertragen.
Die Denkbewegungsanalyse ist kein psychologisches oder diagnostisches Verfahren. Sie bildet in diesem Buch das fachliche Fundament für möglichst unterschiedliche Aufgaben und Zugänge.
Geistige Beweglichkeit zeigt sich schließlich in vielem: darin, Bekanntes neu zu betrachten, Erfahrungen zu nutzen, Zusammenhänge herzustellen, Fragen zu entwickeln und auf veränderte Situationen zu reagieren.
Was „Denkbeweglich“ ermöglichen möchte
Unser Gehirn bleibt auch im höheren Lebensalter lern- und anpassungsfähig. Gleichzeitig altern Menschen sehr unterschiedlich. Ein Buch mit einzelnen Aufgaben kann weder die geistige Gesundheit garantieren noch eine Demenzerkrankung verhindern.
„Denkbeweglich“ setzt an einer anderen Stelle an:
Das Buch schafft vielfältige Gelegenheiten, das eigene Denken zu benutzen – auf eine Weise, die zum persönlichen Alltag, zu den eigenen Interessen und zu den vorhandenen Möglichkeiten passt.
Körperliche, sprachliche, kreative und wahrnehmungsbezogene Impulse können dabei ebenso eine Rolle spielen wie Erinnern, Planen, Ordnen und Erzählen.
Jede Aufgabe darf ausgewählt, verändert oder beendet werden. Eine Bewegung kann kleiner werden, eine Frage unbeantwortet bleiben und eine unangenehme Erinnerung durch eine andere ersetzt werden.
Auch darin zeigt sich Denkbeweglichkeit: eine Anregung aufzugreifen und einen eigenen Weg daraus zu machen.
Orientierung und ergänzende Materialien
Kleine Symbole zeigen im Buch, wie viel Zeit ungefähr benötigt wird, ob eine Aufgabe allein oder gemeinsam bearbeitet werden kann und welche Materialien gebraucht werden. Außerdem wird sichtbar, wo weitere Varianten möglich sind oder aus einer Anregung ein längeres Projekt entstehen kann.
Zu einzelnen Aufgaben wird es freiwillige digitale Ergänzungen geben, zum Beispiel Druckvorlagen, Audioimpulse und weiterführende Ideen. Ein Smartphone ist für keine Aufgabe erforderlich. Das digitale Bonusmaterial kann unabhängig vom gedruckten Buch nach und nach wachsen und aktualisiert werden.

Das Buch befindet sich in der Erprobung
„Denkbeweglich“ ist in weiten Teilen bereits entstanden. Nun geht es darum, ausgewählte Buchteile mit realen Personen zu erproben.
Dabei interessiert mich besonders:
- Sind die Aufgaben verständlich und gut nutzbar?
- Werden sie tatsächlich gern ausprobiert?
- Was funktioniert allein – und was gewinnt durch ein Gegenüber?
- Wo entstehen Interesse, Freude oder ein gutes Gespräch?
- Was trägt bereits und was braucht noch Veränderung?
Auch Schrift, Gestaltung, Symbole und Orientierung werden in dieser Phase überprüft. Die Rückmeldungen fließen anschließend in die weitere Überarbeitung des Buches ein.
Du möchtest „Denkbeweglich“ erproben?
Ich suche Menschen, die bereit sind, einen begrenzten Teil des Buches praktisch auszuprobieren und mir anschließend eine ehrliche Rückmeldung zu geben.
Du kannst selbst mit den Aufgaben arbeiten oder sie gemeinsam mit einem älteren Menschen erproben. Du musst dafür weder das gesamte Buch lesen noch alle Aufgaben bearbeiten. Entscheidend ist, dass die ausgewählten Anregungen tatsächlich ausprobiert werden und du deine Erfahrungen anschließend mit mir teilst.
Du möchtest über die Veröffentlichung informiert werden?
Über meinen Infoletter berichte ich u. A. über die weitere Entwicklung von „Denkbeweglich“ und informiere, sobald es Neuigkeiten zur Veröffentlichung gibt.
Die Anmeldung ist unverbindlich. Ein Veröffentlichungstermin steht derzeit noch nicht fest.
